Lass dich für das Reich Gottes faszinieren

Manchmal schaue ich in unsere Welt und staune nur. So groß und unterschiedlich. Es gibt so viele Kulturen, die ihr Leben so anders leben, als ich es gewohnt bin. Die meisten kenne ich nur aus dem Fernsehen oder vom Erzählen her. Ebenso ist es mit der Natur und der Landschaft auf unserer Erde. Es gibt Wälder und Seen, Dschungel und Ozeane, Wüsten, Berge und Täler. Die Anzahl an Pflanzen und Tieren ist gigantisch. So vielfältig und oft so einzigartig.
Mit uns Menschen, mit dir und mir, verhält es sich ähnlich. Jeder von uns ist einzigartig. Jeder denkt und fühlt auf seine eigene Art und Weise. Jeder nimmt die Welt auf seine eigene Art wahr und interpretiert sie.

Gott begegnet uns in unserer Einzigartigkeit

Besonders spannend finde ich, wie unterschiedlich meine Freunde sind. Und noch spannender, wie sie Gott erleben. Jeder auf seine Art und Weise. Auch Gott begegnet ihnen so unterschiedlich. Ganz individuell und persönlich. Meine Frau und einige ihrer Freundinnen erleben Gott oft im Tanzen. Sie bewegen sich einzeln und dann wieder zusammen, am liebsten zu Anbetungsmusik. Wenn sie sich danach über das Erlebte unterhalten, staune ich, was Gott ihnen während des Tanzens gezeigt und offenbart hat. Ein Freund von mir (ein professioneller Tänzer, der andere Tänzer ausbildet) erklärte mir: Tanzen ist ähnlich wie Kunst im Allgemeinen eine Form der Kommunikation. Und Gott kommuniziert vielfältig.

Dann habe ich Freunde, die sehr intellektuell sind. Die denken z. B. über einen Vers aus der Bibel sehr viel nach. Sie „betrachten“ ihn aus verschiedenen Perspektiven, gehen der Bedeutung der einzelnen Wörter und ihrem Wandel, also der Veränderung über die Jahrhunderte hinweg, nach.

Andere wiederum singen gern sehr viel. Zum Teil sind es Gebete und zum anderen ist es reine Anbetung. Bei Gebeten schauen sie auf sich, wie es ihnen gerade geht und was die Bibel zu bestimmten Themen sagt, und beten im Grunde genommen singend. In der Anbetung setzen sie den Fokus auf Jesus und Gott und bestaunen ihn singend. Betonen, seine Heiligkeit zum Beispiel.

Dann kenne ich wiederum Menschen, die gehen in die Natur, um Zeit mit Gott zu haben. Beim Spazieren unterhalten sie sich mit Gott und denken über sein Wort nach. Es gibt noch so viel mehr Beispiele, die zeigen, wie unterschiedlich Kommunikation, auch mit Gott, stattfinden kann. Geprägt übrigens von unserer Kultur, unseren Werten und Denkweisen.

Vielfältigkeit oder Enge?

In meinen Begegnungen mit Gott hat er mir sanft beigebracht, mich für ihn und seine Vielfältigkeit zu öffnen. Ähnlich einer Einladung. Denn in der Vielfalt liegen viele wunderschöne Offenbarungen über Gottes Wesen und über sein himmlisches Reich. Früher hatte ich immer Angst, dass ich mich für etwas öffne, das vom Teufel ist. Das Unbekannte machte mir Angst und musste deshalb kritisch betrachtet werden. Vor allem vom Wort her, der Bibel. Bis ich eines Tages merkte, dass meine Auslegung der Schrift eben aus dieser, meiner Perspektive und Prägung kam. Meiner eigenen Enge aufgrund meiner Vorstellung und Überzeugung, wie Gott ist, wie die Welt funktioniert und was Gott gut und schlecht findet. Letztendlich habe ich mir eine Theologie gebastelt und Bestätigungen in Predigten gesucht, die meine eigene „Enge" rechtfertigten.

Belehrbar bleiben

Heute weiß ich, wie wichtig es ist, „belehrbar“ und offen für Gottes Wirken zu sein. Gott kennt mein Herz und weiß, dass ich ihn kennenlernen möchte. Von daher habe ich keine Angst mehr, etwas falsch zu machen oder auf Irrwegen zu laufen. Denn wenn ich mal „falsch abbiege“, zeigt er mir das und führt mich wieder auf seine Wege, die Pfade der Gerechtigkeit.
Und ja, manchmal finde ich gerade das Unbekannte sehr herausfordernd. Wenn ich aber Gott in dem Unbekannten „schmecke“, das Himmlische wahrnehme, dann kann ich mich entscheiden, dort hineinzuwachsen. Wie ein Kind, das zum ersten Mal in den Kindergarten kommt oder die Schule wechselt. Oder als Jugendlicher, der zum ersten Mal ein Berufspraktikum absolviert, das einem zeigt, wie vielfältig das Berufsleben sein kann.

Das himmlische, das Reich Gottes, das wir hier auf Erden eigentlich repräsentieren, ist so voll mit Wunderbaren, und Geheimnissen Gottes. Inzwischen liebe ich es, dies zu entdecken. Besonders einfach ist es, das mit Geschwistern zu entdecken, die Gott auf ihre Art erleben. Ihre Zeugnisse, ihr Erlebtes mit Gott im Alltag, ist oft faszinierend und oft auch ansteckend.