Heiligung - Aus dem Reich Gottes leben
Spaziergang mit Gott
Ich liebe es, im Garten zu sitzen, zu grillen und ganz besonders die lauen Sommerabende. Nach einem heißen Tag genieße ich es, in der Kühle des Abends zu sitzen oder spazierenzugehen. Vermutlich liebe ich deshalb auch die Bibelstelle: „Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war …“ 1. Mose 3, 8a
Scheinbar traf sich Gott gern am Sommerabend mit Adam und Eva, um mit beiden spazieren zu gehen. Spazieren in dem Garten, den er ihnen anvertraut hatte. Dem Paradies.
Ich finde, dieses Paradies, dieser Garten ist eine schöne Metapher für unser Leben. Ich glaube, eine der großen Sehnsüchte Gottes ist es, als liebender Vater mit uns durch den Garten zu wandeln, Gemeinschaft zu pflegen und Zeit zu verbringen. Diese Möglichkeit wurde leider weitestgehend zerstört durch die Sünde, die in die Welt kam.
Versöhnt durch Jesus
Gleichzeitig können wir aber durch Jesus wieder in diesen Zustand kommen, schon jetzt und hier auf Erden. Da Gott es liebt, unseren freien Willen zu respektieren, lädt er uns ein, den Prozess der Heiligung, der Wiederherstellung des paradiesischen Zustandes, mit ihm zu durchlaufen.
Durch Jesus sind wir gerettet und geheiligt. Der Vorhang ist zerrissen und wir dürfen in das Allerheiligste gehen, weil die Sünde nicht mehr zwischen Gott und uns steht. Dies funktioniert nur, wenn wir von neuem geboren sind, da die neue Kreatur, die wir nun sind, frei von Sünde ist. Der alte Mensch hingegen lebt noch in der Sünde. Die Bibel nennt es oft das Fleisch, und es ist der alte Mensch, das Fleisch in uns, das mit dem neuen Menschen in Konkurrenz steht. Das Gute, das ich tun will, tue ich manchmal nicht, und auf der anderen Seite schaffen wir es doch immer wieder und ganz oft, gemeinsam mit dem Vater zu wandeln, wie einst Adam im Garten Eden. Diese neue Kreatur, der neue Mensch, der wir durch Jesus sind, ist wie ein Kind, das groß werden und wachsen darf. Hineinwachsen in das Reich Gottes.
[Der Artikel: "Der heilsame und gesunde Umgang mit Sünde" vertieft dieses Thema]
Denken und Handeln wie Jesus
Wie jedes Land auf dieser Welt besitzt auch das Reich Gottes eine eigene, eine heilige Kultur. Die Art, wie man dort denkt, was dort wichtig und unwichtig, was wertvoll und nichtig ist, wie man miteinander umgeht und welche Werte man lebt. Was dem Vater wichtig und wertvoll erscheint, widerspricht oft dem, was in unserer Kultur gelebt und vermittelt wird. Auch unsere eigene Prägung, die Art, wie wir erzogen wurden, und daraus folgend unser Handeln widersprechen dem Leben in der Kultur des Himmels. Meine Wege sind nicht eure Wege und meine Gedanken nicht die Euren.
[Der Artikel: "Hebräisches Denken versus griechisches" vertieft dieses Thema]
Heiligung
Heiligung ist aus meiner Sicht das biblische Wort, das den Prozess beschreibt, wie wir verändert werden, wenn wir es denn wollen, das Reich Gottes zu verstehen und auch zu leben. Das Verstehen ist noch relativ leicht, aber von Gott so verändert zu werden, dass man so lebt, wie es im Paradies vorgesehen war, ist dann doch etwas schwieriger.
Die gute Nachricht ist: Entspann dich, Gott hat die Kontrolle. Jesus ist der Weinstock, wir sind die Reben, der Vater ist der Gärtner. Von uns aus können wir nicht heilig werden oder ein Leben so leben, wie es perfekt im Paradies gelebt wurde. Wir können nur „ja“ zum Gärtner sagen und bitten, den Weinstock zu pflegen und ihn zu versorgen, damit die Frucht wachsen kann. Er macht uns ein Angebot, das wir annehmen oder ablehnen können.
Ebenso ist es mit dem Prozess der Heiligung. Der Prozess der Heiligung ist das Angebot, hier auf Erden so zu werden, wie wir es im Himmel eigentlich sein sollten. Dies ist etwas ganz Wunderbares, denn er stellt unsere wahre Identität, das, wie wir sein sollten, wieder her. Letztendlich ist Heiligung die Transformation Gottes in die Wiederherstellung unseres wahren Lebens.


