4 Schlüssel um Gottes Stimme zu hören © Mark Virkler https://www.cwgministries.org/languages/german
Unser Zeitalter ist dem Rationalismus und dem kognitiven, analytischen Denken so verbunden, dass wir uns fast lustig machen, wenn jemand von sich behauptet, die Stimme Gottes zu hören. Aus mehreren Gründen spotten wir jedoch nicht. Erstens hörten Menschen in der ganzen Bibel Gottes Stimme. Außerdem gibt es heutzutage einige höchst effektive und ehrenhafte Männer und Frauen, die beweisen, dass sie Gottes Stimme hören. Schließlich haben wir alle einen großen Hunger, mit Gott Zwiesprache zu halten und ihn in unserem Herzen sprechen zu hören.
Als wieder geborener, bibelgläubiger Christ bemühte ich mich jahrelang ohne Erfolg, Gottes Stimme zu hören. Ich betete, fastete, studierte meine Bibel und horchte auf eine innere Stimme—vergeblich. Es gab keine innere Stimme zu hören! Dann nahm mich Gott ein Jahr lang beiseite, um durchs Studieren, Lesen und Ausprobieren zu lernen, seine Stimme zu hören. Während dieser Zeit zeigte mir der Herr vier Schlüssel, die die Tür zur Zwiesprache im Gebet öffneten. Ich entdeckte, dass sie nicht nur mir helfen, sondern auch vielen tausend Christen, denen sie beigebracht wurden. Sie führen zu einer viel engeren Beziehung zum Herrn und verändern die Lebensweise. Auch Sie werden das erleben, wenn Sie Gott mit Hilfe der folgenden vier Schlüssel suchen. Alle vier befinden sich in Habakuk 2,1-2. Bitte lesen Sie diese Schriftstelle, ehe Sie fortfahren.
Schlüssel Nr. 1 –
Gottes Stimme im Herzen klingt wie eine Reihe spontaner Gedanken. Wenn ich mich daher Gottes Stimme zuwende, achte ich auf spontane Gedanken.
Die Bibel sagt, dass der Herr mir antwortete und sprach...(Hab. 2,2). Habakuk wusste, wie Gottes Stimme klang. Elia beschrieb sie als ein stilles, sanftes Sausen (1. Kön. 19,12). Ich hatte immer auf eine hörbare innere Stimme gewartet, und natürlich kann Gott auf diese Weise sprechen und tut es gelegentlich auch. Wie ich entdeckte, spricht Gott jedoch gewöhnlich zu den meisten von uns innerlich–in Form von spontanen Gedanken, Visionen, Gefühlen oder Eindrücken. Haben wir nicht alle erlebt, wie uns beim Autofahren plötzlich der Gedanke kam, für jemanden zu beten? Die meisten von uns würden sagen, dass uns hier die Stimme Gottes zum Gebet aufruft. Meine Frage an Sie: „Wie klang Gottes Stimme? War es eine hörbare, innere Stimme oder ein spontaner Gedanke, der Ihnen kam?“ Die meisten von Ihnen würden sagen, dass Gottes Stimme als spontaner Gedanke kam.
Daher dachte ich mir: „Wenn ich Gott hören möchte, sollte ich vielleicht auf meine spontanen Gedanken achten. Vielleicht spricht Gott zu meinem Geist durch spontane Gedanken, Eindrücke, Gefühle und Visionen.“ Meine Experimente und die Erfahrungen Tausender haben mich davon überzeugt.
Die Bibel bestätigt dies vielfach. Die Definition des hebräischen Wortes für die Fürbitte, paga, ist „eine Zufallsbegegnung oder ein zufälliges Kreuzen der Wege.“ Wenn Gott uns jemanden zur Fürbitte aufs Herz legt, tut er das durchs paga, einen zufälligen Gedanken, mit dem er unseren Gedankengang kreuzt. Wenn ich mich daher Gott zuwende, horche ich auf zufällige oder spontane Gedanken. Wenn ich mich in aller Stille vor Gott im Gebet befinde, sind meine spontanen Gedanken meiner Erfahrung nach Gottes Wort an mich.
Schlüssel Nr. 2 –
Ich muss lernen, meine eigenen Gedanken und Gefühle zur Ruhe zu bringen, damit ich Gottes Fluss der Gedanken und Gefühle in mir spüren kann.
Habakuk sagte: „Hier stehe ich auf meiner Warte und stelle mich auf meinen Turm...“ (Hab. 2,1). Habakuk wusste, um Gottes ruhige, innere, spontanen Gedanken zu hören, musste er erst an einen ruhigen Ort gehen und seine eigenen Gedanken und Gefühle zur Ruhe kommen lassen. Psalm 46, 11 ermutigt uns, still zu sein und Gott zu erkennen. In unserem Geist gibt es eine tiefe, innere Erkenntnis (einen spontanen Fluss), den jeder von uns erleben kann, wenn wir unser Fleisch und unseren Sinn beruhigen.
Ich habe mehrere einfache Methoden entdeckt, mich zur Ruhe zu bringen, damit ich leichter Gottes spontanen Gedankenfluss erkennen kann. Am liebsten bete ich ihn mit einem ruhigen Lied an (siehe 2 Kön 3,15). Wenn ich in Gedanken, Willen und Gefühlen still werde und mich vor Gott befinde, fängt der göttliche Gedankenfluss an. Wenn ich mich an etwas erinnere, was ich zu tun vergessen habe, schreibe ich es auf und lege es beiseite. Wenn ich mich schuldig oder unwürdig fühle, tue ich gründlich Buße, empfange die Reinigung durch das Blut des Lammes und ziehe seinen Mantel der Gerechtigkeit an; dadurch sehe ich mich makellos in der Gegenwart Gottes (Jes. 61,10; Kol. 1,22).
Wenn ich auf Jesus sehe (Heb.12,2), in seiner Gegenwart ruhig werde und ihm sage, was mir am Herzen liegt, entdecke ich, dass sich ein Dialog entwickelt. Spontane Gedanken fließen mir vom Thron Gottes zu, und ich befinde mich tatsächlich in einem Gespräch mit dem König der Könige.
Es ist sehr wichtig, dass Sie still werden und auf Jesus schauen, wenn Sie das reine Wort Gottes erhalten wollen. Sind Sie nicht still, dann erhalten Sie nur Ihre eigenen Gedanken. Schauen Sie nicht richtig auf Jesus, erhalten Sie einen unreinen Fluss, weil der intuitive Fluss davon abhängt, was man vor Augen hat. Wenn Sie daher auf Jesus schauen, kommt der intuitive Fluss von Jesus; wenn Sie auf einen Herzenswunsch schauen, kommt er von diesem Herzenswunsch. Um einen reinen Fluss zu haben, muss man erstens still sein und zweitens sorgfältig auf Jesus schauen. Wie schon gesagt, wenn man den König mit ruhiger Musik anbetet und aus der dann folgenden Stille empfängt, erreicht man das leicht.
Schlüssel Nr. 3 –
Wenn ich bete, schaue ich mit den Augen meines Herzens auf Jesus und sehe im Geist die Träume und Visionen des Allmächtigen.
Wir haben oben schon auf dieses Prinzip angespielt, müssen es jedoch noch ein wenig entwickeln. Habakuk sagte: „...ich...schaue und sehe zu...“, und Gott sagte: „Schreib auf, was du geschaut hast“ (Hab. 2:1,2). Es ist sehr interessant, dass Habakuk beim Beten anfing, nach einer Vision Ausschau zu halten. Er öffnete die Augen seines Herzens, um in der Welt des Geistes zu sehen, was Gott ihm zeigen wollte. Das ist eine faszinierende Idee.
Es war mir nie in den Sinn gekommen, die Augen meines Herzens zu öffnen und nach einer Vision Ausschau zu halten. Je mehr ich jedoch darüber nachdachte, desto mehr leuchtete mir ein, dass Gott genau das von mir möchte. Er gab uns Augen im Herzen, damit wir in der Geisteswelt die Vision und das Wirken des Allmächtigen sehen können. Um uns herum gibt es eine aktive Geisteswelt: mit Engeln, Dämonen, dem Heiligen Geist, dem allgegenwärtigen Gott und seinem allgegenwärtigen Sohn Jesus. Es gibt keinen Grund dafür, sie nicht zu sehen, außer unserer rationalen Kultur, die uns einreden will, dass es sie nicht gibt und die keinerlei Anweisung gibt, wie man sie sehen lernen kann.
Als allererste Voraussetzung fürs Sehen müssen wir hinschauen. Daniel sah eine Vision (Gesicht) und sagte: „ich sah ein Gesicht...ich sah, wie...ich sah in einem Gesicht“ (Dan. 7:2,9,13). Wenn ich jetzt bete, schaue ich auf den gegenwärtigen Jesus und beobachte, wie er mit mir spricht und das tut und sagt, was ihm am Herzen liegt. Auf gleiche Weise entdecken viele Christen, dass sie sehen, wenn sie nur hinschauen. Jesus ist Immanuel, Gott mit uns. (Mt. 1,23). So einfach ist das. Man sieht eine spontane Vision auf ähnliche Weise wie man spontane innere Gedanken erhält. Sie können Christus in einer bequemen Umgebung bei sich sehen, weil Christus in einer bequemen Umgebung bei Ihnen ist. Wahrscheinlich werden Sie entdecken, dass die innere Vision so leicht kommt, dass Sie dazu neigen, sie abzulehnen, weil Sie glauben, das wären nur Sie. (Der Zweifel ist die wirksamste Waffe Satans gegen die Kirche.) Wenn Sie jedoch nicht aufhören, diese Visionen aufzuschreiben, wird Ihr Zweifel bald vom Glauben besiegt werden, wenn Sie erkennen, dass sie nur vom Allmächtigen stammen können.
Gott hat sich seinem Volk fortwährend durch Träume und Visionen offenbart, und zwar vom 1. Mose bis zur Offenbarung. Da der Heilige Geist in der Apostelgeschichte 2 ausgeschüttet wurde, sollten wir einen fortwährenden Strom von Träumen und Visionen erwarten (Apg. 2, 1-14. 17). Jesus demonstrierte als unser vollkommenes Vorbild, wie man aus andauerndem Kontakt mit dem Allmächtigen leben kann. Er sagte, er täte nichts aus eigener Initiative, sondern nur das, was er den Vater tun sähe und ihn sagen höre (Joh. 5, 19. 20. 30). Was für eine unglaubliche Weise zu leben!
Ist es uns tatsächlich möglich, wie Jesus aus der göttlichen Initiative zu leben? Ich glaube ja. Ein Hauptzweck des Todes und der Auferstehung Jesu war, dass der Vorhang im Tempel, der die Menschen von Gott trennte, von oben nach unten zerrissen wurde. Dadurch erhalten wir Zugang in die unmittelbare Gegenwart Gottes, und wir werden aufgefordert, vor Gott hinzutreten (Lk. 23,45; Heb. l0,19-22). Obwohl das, was ich beschreibe, einer rationalen Kultur des 21. Jahrhunderts etwas merkwürdig vorkommt, wird es als zentrale biblische Lehre und Erfahrung demonstriert und beschrieben. Es ist Zeit, der Kirche alles wiederzugeben, was ihr gehört.
Manche Leute brauchen vielleicht mehr Hilfe und ein größeres Verständnis dieser Wahrheiten, ehe sie sie anwenden können, weil sie von Natur aus besonders rational sind und in einer überaus rationalen Kultur leben. Man findet diese Hilfe im Buch „Communion with God“ (Gemeinschaft mit Gott) derselben Autoren.
Schlüssel Nr. 4 –
Ein Zwiegespräch im Tagebuch, bei dem man seine Gebete und Gottes Antworten aufschreibt, setzt einen frei, Gottes Stimme zu hören.
Gott sagte zu Habakuk, er solle die Vision deutlich auf eine Tafel aufschreiben...(Hab. 2:2). Es war mir nie in den Sinn gekommen, meine Gebete und Gottes Antworten aufzuschreiben, so wie Habakuk es auf Gottes Gebot hin tat. Wenn man die Schrift auf diese Idee hin untersucht, findet man Hunderte von Kapiteln, die das zeigen (Psalmen, viele der Propheten, die Offenbarung). Warum hatte ich dann nie daran gedacht?
Ich nannte den Prozess „Zwiegespräch im Tagebuch“ (im Englischen journaling, für das kein deutsches Wort existiert) und begann damit zu experimentieren. Wie ich entdeckte, ist das ein fabelhafter Weg, Gottes inneren, spontanen Fluss klar zu erkennen: ich konnte lange und im Glauben schreiben, dass die Worte von Gott kamen. Ich brauchte sie nicht zu prüfen, während ich sie erhielt (was den Fluss schnell eintrocknet), weil ich wusste, dass ich sie hinterher sorgfältig prüfen würde, um zu sehen, ob sie mit der Schrift übereinstimmten.
Sie werden staunen, wenn Sie versuchen, ein Zwiegespräch auf Papier zu führen. Anfangs mögen Sie von Zweifeln gehindert werden, aber ignorieren Sie sie und denken Sie daran, dass es ein biblisches Konzept ist, und dass Gott gegenwärtig ist und mit seinen Kindern spricht. Nehmen Sie sich nicht zu ernst. Sonst werden Sie verkrampft und sind dem Wirken des Heiligen Geistes im Weg. Wenn wir von unseren Werken ruhen und zu Gottes Ruhe kommen, ist Gott frei zu fließen (Heb. 4,10). Setzen Sie daher ein Lächeln auf, lehnen Sie sich zurück, nehmen Sie Papier und Bleistift und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit Gott in Lobpreis und Anbetung zu –– suchen Sie sein Angesicht. Wenn Sie Ihre Frage an Gott aufschreiben und still werden, und dabei auf Jesus schauen, der bei Ihnen ist, werden Sie plötzlich einen sehr guten Gedanken als Antwort auf Ihre Frage haben. Zweifeln Sie nicht, sondern schreiben Sie ihn einfach auf. Wenn Sie später lesen, was Sie geschrieben, werden auch Sie begeistert sein, wenn Sie entdecken, dass Sie in der Tat einen Dialog mit Gott haben.
Zum Schluss noch einige Anmerkungen: Niemand sollte das versuchen, ohne erst zumindest das Neue Testament (vorzugsweise die ganze Bibel) gelesen zu haben. Auch sollte man es nicht versuchen, wenn man nicht unter solider geistlicher Leitung steht. Alle wichtigen wegweisenden Schritte, die durch diesen Prozess kommen, sollten den geistlichen Leitern vorgelegt werden, ehe man sie in die Tat umsetzt.
