Sorgen und der Umgang damit
Es gibt viel gute Literatur und Predigten zu dem Thema, wie wir gut mit Sorgen umgehen können. Hier werde ich „nur“ einen kleinen Ausschnitt aufzeigen, auf den mich vor vielen Jahren eine gläubige Frau aufmerksam machte.
In Gebeten für mich oder andere taucht immer wieder mal ein Bild auf, das der Heilige Geist uns zeigt. Meist ist es recht simpel: „Oh, ich habe ein Bild bekommen, in dem du eine Dornenkrone auf dem Kopf trägst.“
Die Bibel schreibt, dass wir als Christen gekrönt sind mit einer Krone der Gnade und Barmherzigkeit (z. B. Ps. 103, 4) und dass Jesus die Dornenkrone getragen hat. Warum nun dieses Bild? Ein Mensch trägt eine Dornenkrone?
Wofür stehen die Dornen in der Bibel?
Und andere sind es, die unter die Dornen gesät sind: Die haben das Wort gehört, und die Sorgen der Welt und der trügerische Reichtum und die Begierden nach allem andern dringen ein und ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht. Mk 4, 18+19
Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen,… 1. Mose 3 17-19a
Dornen und Disteln sind eine Metapher für Sorgen und Nöte, trügerischen Reichtum und Begierden. Auch stehen sie für den Fluch, den Adam aufgrund seiner Sünde erhielt. Obwohl er hart arbeiten muss (auch ein Fluch), bringt ihm die Arbeit als Ertrag Dornen und Disteln.
Die gute Nachricht: Einen Fluch können wir brechen. Denn Jesus ist für jeden Fluch gestorben. Die zweite gute Nachricht ist: Jesus hat sich entschieden, die Dornenkrone zu tragen.
Wir dagegen dürfen Gnade und Barmherzigkeit als Krone tragen.
Gnade: Ist die unverdiente Gunst, die Fürsorge, Zuneigung, die Hilfe eines Mächtigeren ohne Gegenleistung.
Barmherzigkeit: Ist die Not anderer wahrzunehmen und entsprechend, helfend zu handeln?
Das ist die gute Nachricht:
Gott möchte dir gegenüber gnädig und barmherzig sein!
Jesus ist im Umgang mit Sorgen sehr klar:
Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein! Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie? Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: Sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. Math. 6, 19-34
Jesus sagt also, wir sollen uns keine Sorgen machen und schon gar nicht die Dornenkrone tragen. Denn das hat er bereits getan. Sich Sorgen zu machen gehört zum Leben dazu, ist aber gleichzeitig eine Trennung von Gottes Wahrheit. Eine Sünde. Denn einfach gesagt traue ich Gott nicht zu, dass er meine Sorgen löst, dass er eine Antwort auf meine Sorgen hat. Dass er gnädig und barmherzig zu mir ist.
Seien wir ehrlich, das passiert uns ganz schön oft. Und bevor wir nun in Verdammnis fallen oder Angst bekommen, weil wir wissen, dass es leider stimmt, dass wir die Dornenkrone tragen, sollten wir damit biblisch umgehen. Es gehört zum Prozess der Heiligung und zum Hineinwachsen in das Reich Gottes dazu, dass wir erkennen dürfen, dass wir eben noch nicht alles umsetzen, was uns Jesus und sein Wort lehrt. Aber wir dürfen uns verändern lassen und aktiv daran beteiligen.
Bei Sorgen handelt es sich oft um Lügen. Z. B. die Lüge: „Ich muss mich und meine Familie versorgen.“ Oder die Lüge: „Man muss hart arbeiten und im Schweiße seines Angesichts.“ Jesus sagt ganz klar: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, dann wird euch alles zufallen.

Was nun?
Entspann Dich, Gott hat die Kontrolle!
Hingefallen, aufstehen, Krone richten oder tauschen lassen, weitergehen. 😊
Die praktische Umsetzung, wenn uns bewusst wird, dass wir uns Sorgen und entsprechende Lügen in unserem Leben sind, ist recht einfach:
• Benennen und bekennen der Sorgen und Lügen als Sünde
• Gott um Vergebung bitten
• Vergebung annehmen und sich selbst vergeben
• Die Lüge als eine „Übereinkunft mit dem Reich der Finsternis“ brechen/annullieren, im Namen von Jesus Christus
• Sich beschenken lassen: Den himmlischen Vater bitten, wie eine individuelle und konkrete Wahrheit für mich aussieht. Das ist besonders wichtig, denn diese Wahrheiten sind es, mit denen wir gegen die Angriffe des Feindes vorgehen können.
Hier habe ich das Thema Umgang mit Lügen vertieft: Biblischer Umgang mit Lügen – Glaubenssätzen
