Biblischer Umgang mit Lügen - Glaubenssätzen
Glaubenssätze
Glaubenssätze sind ein Begriff aus der heutigen Psychologie und es gibt inzwischen einen großen Markt im Umgang damit. Ein Glaubenssatz ist dabei die Überzeugung, der Glaube darüber, wie man sich selbst, andere und letztendlich die Welt sieht und erlebt. Lebenserfahrungen als Kind, Überzeugungen und Meinungen von Menschen, die man als Vorbilder sieht, aber auch die Kultur Gesellschaft, in der man lebt, prägen sie. Diese tiefen Überzeugungen können sich positiv oder negativ auf unser Verhalten, unsere Beziehungen und unser Selbstbild auswirken. Typische negative Glaubenssätze sind z.B. „Niemand mag mich“, „Das Leben ist anstrengend“, „Ich kann niemandem trauen“, „Ich muss etwas leisten, um geliebt zu werden“ usw.
Diese tiefen, negativen Überzeugungen hindern uns in unserem Leben und verhindern, dass wir in manchen Bereichen unseres Lebens Gott besser kennenlernen. Die Bibel kennt das Prinzip der Glaubenssätze und bietet in Jesus eine deutlich bessere Hilfe an als die Psychologie. (Das heißt nicht, dass die Werkzeuge der Psychologie alle schlecht sind. Die Werkzeuge der Bibel sind allerdings deutlich wirksamer.)
„Natürlich bin auch ich nur ein Mensch, aber ich kämpfe nicht mit menschlichen Mitteln. Ich setze nicht die Waffen dieser Welt ein, sondern die Waffen Gottes. Sie sind mächtig genug, jede Festung zu zerstören, jedes menschliche Gedankengebäude niederzureißen, einfach alles zu vernichten, was sich stolz gegen Gott und seine Wahrheit erhebt. Alles menschliche Denken nehmen wir gefangen und unterstellen es Christus, dem es gehorchen muss.“ 2. Kor. 10 3-5 HFA
Diese Bibelstelle ist eine der wichtigsten für die Lehren über den geistlichen Kampf. Ich werde den Fokus dieser Bibelstelle hier nur auf Glaubenssätze, die ich gern mit Lügen oder „ungöttlichen Glaubensinhalten“ übersetze, legen.
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Es gibt einen Kampf, noch heute (aktiver Glaube)
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Menschliche Mittel sind nicht wirksam
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Es gibt göttliche Waffen, die mächtig sind
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Es gibt Festungen und menschliche Gedankengebäude
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Lügen stehen stolz gegen Gott und seine Wahrheit
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Menschliches Denken kann gefangen genommen und verändert werden, es muss sich Jesus unterstellen und ihm gehorchen
Gedankengebäude
Es gibt Lügen, die sind leicht zu identifizieren, siehe die Beispiele oben. Andere Lügen hingegen sind schwieriger zu identifizieren. Diese tief verankerten Lügen oder Glaubenssätze sind Teil der eigenen Identität und für einen selbst kaum sichtbar. Ein tiefes Gefühl der erlebten Ablehnung aus frühester Kindheit z. B. ist so normal für den Betroffenen, dass es gar nicht als Lüge wahrgenommen wird.
In der Regel überführt uns der Heilige Geist. Sei es im Gebet allein oder durch Freunde. Der Heilige Geist zeigt uns diese Gedankengebäude, diese tiefen Glaubenssätze. Manchmal nutzt er dafür die „Baustellen“ oder positiv gesprochen „Wachstumsbereiche“ in unserem Leben, an denen Gott arbeitet, und während die „Symptome“ an der Oberfläche schon sichtbar erscheinen, fängt Gott an, uns die verborgenen Wurzeln zu zeigen. Die Symptome bilden gemeinsam mit den Wurzeln die Gedankengebäude.
Kampf
Eine Lüge, die wir glauben, ist immer gleichzusetzen mit einer Sünde. Eine Sünde, da sie entgegengesetzt zu Gottes Wort steht. Es ist letztendlich der Stolz hinter einer Lüge, der sagt: „Ich weiß es besser als Gott.“ Es heißt in der Bibel, der Feind gehe umher wie ein Löwe und suche, wen er verschlingen kann. Sünden, also auch Lügen, sind die Punkte, an denen uns dieser Löwe packen kann.
„Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.“ Epheser 6,13
Nebenbei bemerkt: Wir müssen nicht 24/7 Stunden kämpfen. Aber am „bösen Tag“, wenn uns eine Lüge bewusst wird, sollten wir zu den Waffen Gottes greifen.
Waffen im Umgang mit Lügen
→ Buße
Das Benennen der „Sünde“ und der Wunsch nach „Umkehr“ sind eine Voraussetzung, ebenso die bewusste Bitte um Vergebung, damit die Waffe wirksam wird.
„Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.“ Joh. 1, 9+10
Übrigens: Wenn Jesus uns vergibt, sollten wir uns selbst auch vergeben.
→ Nicht zwingend, aber meiner Erfahrung nach oft hilfreich ist die Waffe: Flüche brechen.
Das Kapitel 5. Mose 28 zeigt uns das Ausmaß zwischen Segen und Fluch. Und weiterführend ist Jesus für uns zum Fluch geworden und hat uns von Flüchen losgekauft:
„Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns – denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt«“ Galater 3,13
Ich kenne einige die jetzt einwenden und sagen: „Das ist schon passiert und gilt für alle meine Flüche. Ich bin frei, oder kann diesen Schritt überspringen.“
Ich will aus dem „Flüche brechen“ kein Gesetz machen. Wenn es bei dir funktioniert, wunderbar!! Ich mache das auch nicht jedes Mal, aber doch sehr oft und empfehle es. Letztendlich sei ermutigt und höre auf das was Gott dir sagt oder zeigt und setze das um. Er liebt es, sich auf mannigfaltige Weise zu verherrlichen und das Prinzip des „Flüche brechen“ ist meiner Meinung nach, eine von vielen Möglichkeiten die uns Gott zur Verfügung stellt.
-> Eine weitere Waffe ist das: „sich beschenken lassen“
Vielen fällt es schwer sich beschenken zu lassen. Sich beschenken lassen ist für mich eine Beschreibung des „Segen empfangen“. Alles Gute kommt von Gott. Letztendlich ist alles ein Geschenk von ihm. Uns zu Segnen ist einer seiner tiefsten Wünsche. Eine persönliche Wahrheit, die Gott uns offenbart, wird Teil unserer Identität, unserer Persönlichkeit. Diese Wahrheit die wir im Tausch an Stelle der alten Lüge erhalten haben und glauben, kann übrigens gut als Schild des Glaubens genutzt werden, wenn die feurigen Pfeile erneut auf dich abgeschossen werden (Eph. 6,16). „Sollte Gott dir wirklich gesagt haben, dass…?“
Alles menschliche Denken nehmen wir gefangen und unterstellen es Christus, dem es gehorchen muss
Bezogen auf die Lügen, die Gedankengebäude, reicht es nicht diese niederzureißen. Bildlich gesprochen stelle ich mir das so vor: Gott hat mir mein Leben geschenkt, mit meiner Identität. Dieses Leben stelle ich mir als mein persönliches Land vor. Meinen eigenen kleinen Garten Eden. Dort wachsen und gedeihen gute Früchte und schlechte. Je nach dem, was ich dort anbaue. Wenn ich mich entscheide, Jesus nachzufolgen und ihm ähnlicher werden möchte, benötige ich Hilfe vom Schöpfer, der genau weiß, wie mein Garten bzw. mein Land, am schönsten werden kann (er hatte es sich schließlich für mich ausgedacht). In diesem Land stehen auch Gebäude. Die Gedankengebäude. Auch hier gilt, einige sind gut und stehen im Übereinklang mit Gott, andere hingegen stehen nicht im Übereinklang mit ihm, stehen wie eine „Sünde“ eine Zielverfehlung im Land. Schwarz/weiß gesehen, habe ich Anteile am Reich Gottes und Anteile am Reich der Finsternis (Satans) in meinem Land. Obwohl ich schon heilig bin, lebe ich „im alten Menschen“ unheilig. Ich habe eine Lüge, ein Gedankengebäude in meinem Land stehen, dass mit Satan, dem Vater der Lügen übereinstimmt. Dieses nehme ich, wenn Gott es mir gezeigt hat gefangen und unterstelle es Jesus, dem es gehorchen muss. Gott frage ich dann, wie denn die eigentliche Wahrheit aussieht, der Segen, der eigentlich an der Stelle des alten Gebäudes stehen sollte. In dem Moment wie ich die Lüge nun gegen eine Wahrheit austausche, mich beschenken lasse und seinen Segen annehme, wird aus dem niedergerissenen Gedankengebäude, der Ruine, etwas Wunderschönes.
Erst der Tausch vom Fluch zum Segen, vollendet den Prozess.
Dieser Tausch ist die gute Nachricht, Teil des Evangeliums. Selber über den eigenen Schatten springen funktioniert dabei nicht. Die Methoden der Psychologie die ich am Anfang kurz angesprochen habe können nur bedingt helfen. Erst Gott selbst, kann uns „transformieren“, verändern und wiederherstellen in den paradiesischen Zustand. Denn es ist seine Wahrheit die er uns persönlich und ganz individuell offenbart.
Praktische Umsetzung
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Benennen und bekennen der Lüge als Sünde
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Gott um Vergebung bitten
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Vergebung annehmen und sich selbst vergeben
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Die Lüge als eine „Übereinkunft mit dem Reich der Finsternis“ oder als "Fluch" brechen/annullieren, im Namen von Jesus Christus
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Sich beschenken lassen: Den himmlischen Vater bitten, wie eine individuelle und konkrete Wahrheit aussieht. Das ist besonders wichtig, denn diese Wahrheiten sind es, mit denen wir gegen die Angriffe des Feindes vorgehen können


