Hebräisches Denken im Gegensatz zum griechischen
Kultur
Die Kultur in dem Land, in dem wir „groß“ werden und leben, prägt uns maßgeblich. Ebenso die Kultur, die uns unsere Eltern und Mitmenschen vorleben, und die Werte, also das, was „richtig“ und „falsch“ ist oder wie ich mich in einer Gruppe zu verhalten habe. All dies verinnerlichen wir und es erscheint uns als „normal“. Alle machen das so! Aber stimmt das, machen das alle so?
Am Beispiel der Begrüßungen in verschiedenen Ländern wird sichtbar, dass es deutliche Unterschiede gibt. Was also ist normal?
-
In Japan verbeugt man sich und ursprünglich hatte der Winkel der Verbeugung eine Bedeutung.
-
Der Händedruck im „Westen“ hingegen war ursprünglich das Zeichen, keine Waffen zu tragen.
-
Im Nahen Osten gibt es Kulturen, in denen man sich während der Begrüßung die Hand aufs Herz legt.
-
Der Kuss auf beide Wangen in Frankreich ist wiederum eine ganz andere Form der Begrüßung.
Himmlische Kultur
Das Reich Gottes, das himmlische, ist eine eigene Kultur. Hier gelten andere „Regeln", „Normen", „Werte", „Umgangsformen“ usw. Die himmlische Kultur unterscheidet sich deutlich von der „deutschen“ oder der „europäischen“. Eigentlich unterscheidet sie sich von allen Kulturen auf dieser Welt. Übrigens auch von der „jüdischen“. Das Reich Gottes besteht aus „Geheimnissen“, die nur der Heilige Geist uns offenbart. Das heißt, dass das, was im Himmel und bei Gott völlig normal ist, bei uns Unbehagen auslösen kann. Unbehagen, weil es uns so fremd, so unnormal vorkommt. Als Christ lerne ich also nicht nur die Bibel und Gott persönlich als Vater, Sohn und Heiligen Geist kennen, sondern auch eine neue Kultur. Das Problem, das ich dabei hatte (und vermutlich einige andere auch), ist, dass ich versucht habe, das Himmlische und „Göttliche“ in meine eigene Kultur zu pressen. Oder nur das als „wahr" und „richtig" anzunehmen, was meiner Vorstellung, meiner eigenen Prägung entsprach. Mit dieser Einstellung konnte ich Gott nur sehr begrenzt wahrnehmen. Immer nur in dem Rahmen, der zu meinem Leben passte. Gott möchte aber die Fülle und ein Leben in Überfluss schenken. Ein Geschenk von Gott nicht anzunehmen, weil es nicht in meinen Rahmen passt, ist nicht nur wenig weise, sondern auch ein Ausdruck von „Stolz" (ich weiß es besser).
Griechisches Denken und biblisches
Hier in Deutschland wachsen wir geprägt durch das „griechische Denken“ auf. In dieser Denkweise existiert nur, was erklärbar und beweisbar ist (Geister zum Beispiel gibt es nicht, weder Engel noch Dämonen). Die Logik steht im Vordergrund und wir verlassen uns auf unsere Weisheit, Stärke und unseren Verstand. In unserem Glaubensleben bedeutet dies: Es gibt „richtig“ und „falsch“, es gibt eine Theologie, die ich studieren und mit Argumenten verteidigen kann. Je mehr ich studiere und mir „Bibelwissen“ aneigne, desto besser kenne ich Gott und sein Reich.
Im hebräischen und biblischen Denken hingegen verlässt man sich nicht auf seine eigene Kraft, Weisheit und seinen Verstand. Die Grundannahme ist: Ohne Gott und sein Handeln kann ich nicht existieren. Ich bin zu 100 % abhängig von ihm. Dabei verstehe ich vieles einfach nicht, aber ich kann ihn lieben, anbeten, „gehorsam“ sein und ihm folgen.
Hier einige Gegensätze:
|
Griechisches Denken |
Hebräisches (biblisches) Denken |
|
Was man tut, ist wichtig |
Motive sind wichtig (meine Beweggründe) |
|
Ich kategorisiere in "richtig" und "falsch" |
Liebe bestimmt meine "Kategorisierungen" |
|
"Weltlich" und „religiös“ ist getrennt |
Keine Trennung, ich bin Christ, immer und überall |
|
Studieren und Lernen bringt mich weiter |
Offenbarungen aus dem, was ich in der Bibel lese und von Gott höre, bringen mich weiter |
|
Wissen ist wichtig |
Erfahrung ist wichtig (Ich erfahre sein Wort im Alltag) |
|
Analysieren aus dem Hören und Denken |
Im Alltag leben |
|
Das Tun steht im Vordergrund Ich spreche das Glaubensbekenntnis theoretisch aus |
Das Sein steht im Vordergrund Ich lebe das Bekenntnis im Alltag |
Um aus dem Reich Gottes, dem himmlischen, zu leben, ist es entscheidend, dort hineinzuwachsen. Dies ist ein Prozess. Von Neuem geboren heißt, am Anfang erste Schritte zu machen und nicht gleich loszurennen. Erste Schritte zu machen bedeutet auch, sich dem himmlischen, dem „neuen" zu öffnen und von Gott persönlich zu lernen. Mit unserem Denken ist es ebenso. Wir dürfen unsere „alte, kulturelle Prägung“ ablegen und unseren „Sinn erneuern lassen“. Dies geschieht durch die Beziehung, die wir mit Gott leben. Dabei ist es egal, ob wir zurzeit mehr mit der Person des Vaters, der Person Jesus oder dem Heiligen Geist anfangen können. Wichtig ist, lebe deine Beziehung mit Gott aus und lerne sein Wesen ganz persönlich kennen.
Praktische Umsetzung:
-
Bitte, wie zu deiner Bekehrung, dass Gott dir hilft, ihn besser kennenzulernen.
-
Bitte um Offenbarungen seiner himmlischen Kultur
-
Bekenne, wenn dein Denken oder Handeln nicht dem der Bibel entspricht, und tu „Buße“ darüber. Es ist nicht schlimm, sondern völlig normal, dass wir in der Bibel etwas lesen, das wir nicht verstehen oder nicht umsetzen können. Deshalb bitte Gott dann, dich zu verändern.
-
Wir müssen nicht alles mitmachen, aber wir dürfen ausprobieren und Neues entdecken.
-
Bleib belehrbar und akzeptiere, dass sein Wort stimmt.
-
Und das steht in der Bibel:
Von Weisheit reden wir aber unter den Vollkommenen; doch nicht von einer Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, die vergehen. Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Sondern wir reden, wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.« Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als allein der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist. Und davon reden wir auch nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen. Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen«? Wir aber haben Christi Sinn. 1. Kor. 2,6-16


