Die Überwindung von Hindernissen, die das Hören der Stimme Gottes blockieren

Von Mark & Patti Virkler
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In der rationalen Kultur des 21. Jahrhunderts stellt es für die meisten von uns das allergrößte Wunder dar zu lernen, wie man täglich immer wieder Gottes Stimme klar und deutlich hört. Christen diskutieren häufig, ob das möglich ist. Wer jedoch das Zwiegespräch mit Gott gekostet hat, weiß, dass es nicht nur möglich ist, sondern auch die tiefste Sehnsucht sowohl des menschlichen wie auch des göttlichen Herzens befriedigt. Deswegen wurden wir geschaffen –– um mit unserem Schöpfer Gemeinschaft zu haben und uns mit ihm zu unterhalten. Mit weitgeöffneten Armen und freudig strahlenden Gesichtern nehmen wir deshalb die Wärme seiner Gesellschaft an. Der Morgenstern ist wahrhaftig in unserem Herzen aufgegangen, und das prophetische Wort wird uns klar (2. Pet. 1,19).

Manchmal erleben wir jedoch immer noch starke Sturmböen, die unseren Zugang zur Gemeinschaft mit dem Vater verhindern. In diesem Artikel wollen wir über einige dieser Stürme reden und erörtern, wie sie durch die Kraft seines Geistes und die Erkenntnis seiner Wege gebändigt werden können.

Erstens zeigt die Bibel den grundsätzlichen Weg für alle, die vor Gott treten wollen: er entspricht dem Muster des Heiligen Zeltes. Wer Gott im innersten Heiligtum (seinem Geist) erleben will, muss lernen, sich ihm entsprechend zu nähern. Das beginnt am Tor unserer Rettung. Wir betreten dieses Tor mit Dank und kleiden uns mit dem weißen Gewand der Gerechtigkeit, das Christus für uns bereitgestellt hat (Ps. 100,4; Jes. 61,10)

Dann kommen wir sofort zu einem Altar aus Bronze, wo wir unser Leben als ein lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darbringen (Röm. 12,1). Das tun wir nicht nur bei der Wiedergeburt, sondern täglich beim Aufwachen.

Als nächstes treten wir vor das Becken, wo wir durch das Wasserbad im Wort gereinigt werden (Eph. 5:26). Wenn wir intensiv aufs Wort schauen, erlauben wir ihm, Leben und Taten zu reinigen. Regelmäßige Meditation in der Bibel wird daher zum Bestandteil unseres täglichen Hintretens vor Gott.

Danach betreten wir das Heiligtum, den Bereich unserer Seele, wo Gott den Sinn, Willen und die Gefühle berührt. Zuerst gehen wir zum Tisch der Schaubrote, wo die Priester gemeinsam aßen. Das steht für die Gemeinschaft, die wir in Gottes Familie genießen, wenn wir an Gottes Gaben gemeinsam teilnehmen. So wie das Korn fein gemahlen wird, um Brot zu machen, so wird unser Wille fein gemahlen, wenn wir mit anderen Gläubigen Gemeinschaft haben. Im Laufe dieses Prozesses, wenn wir um der Einheit mit anderen Christen willen zulassen, dass unser Wille fein gemahlen wird, werden wir bereit gemacht, immer weiter ins Herz Gottes vorzudringen.

Als nächstes verweilen wir am golden Leuchter, der mit Öl beleuchtet wird, ein Symbol für den Heiligen Geist. Sein gehämmertes Gold steht für die Kultivierung der göttlichen Natur. Wenn wir das Wort in der Erleuchtung des Heiligen Geistes betrachten, strömen Offenbarungen in unsere Seele, die unser Leben verwandeln und uns noch weiter in die Gegenwart Gottes bringen (2. Kor. 3, 18).

Dann gehen wir weiter zum Räucheropferaltar, wo wir lernen, dem höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde allezeit Lobpreis und Anbetung zu bringen. So wie andauernd ein Wohlgeruch von diesem Altar aufstieg, so steigt unser Lobpreis und unsere Anbetung ständig vor dem Herrn auf (Ps. 141,2). Wir haben gelernt, Anbeter zu sein. Durch eine Offenbarung haben wir erkannt, dass der Höchste in den Angelegenheiten der Menschen regiert, und wir haben gelernt, ihn überall in allem anzubeten (Dan. 4,14). Wir haben gelernt, ihn im Geist und in der Wahrheit anzubeten (Joh. 4, 24).

Direkte Gemeinschaft

Jetzt sind wir soweit, dass wir direkt in seine offenkundige Gegenwart hinaufsteigen können, wo wir seine Herrlichkeit schauen und von Angesicht zu Angesicht, von Mund zu Mund mit dem höchsten Gott reden. O, was für ein Privileg! O, was für eine Herrlichkeit! Direkt mit dem Herrn von Himmel und Erde Gemeinschaft zu haben! Der Vorhang ist zerrissen, der Weg ist offen durch das sühnende Blut Jesu Christi, unseres Herrn und Heilands (Heb. 10, 19.20).

Auf diese Weise hat Gott einen Weg für uns bereitet, vor ihn zu treten und mit seinem Heiligen Geist Gemeinschaft zu haben. Der Weg wurde klar im Alten Bund festgelegt und für alle im Neuen Bund geöffnet. Wenn jetzt Stürme unseren Zugang zum König der König hindern, können wir zurückgehen und den Weg noch einmal gehen, den er für uns bereitet hat, indem wir uns fragen:

1. Singe ich voller Dankbarkeit für den Mantel der Gerechtigkeit, den er mir gegeben hat? Sehe ich mich ihn tragen? Sehe ich mich gereinigt und untadelig vor dem König?

2. Habe ich heute in allem meinen Willen niedergelegt und nur den Willen und die Absichten des Vaters auf allen Gebieten gesucht?

3. Werde ich täglich durch die andauernde Anwendung des Wortes Gottes in meinem Leben gewaschen?

4. Ist mein Herz voller Liebe für diejenigen im Leib Christi, mit denen ich lebe? Habe ich mein Herz vor irgendwelchen christlichen Geschwistern verschlossen? Habe ich zugelassen, dass mein Wille vor meinen Geschwistern feingemahlen wird?

5. Denke ich im Gebet über das Wort nach und warte vor dem Heiligen Geist, damit seine Offenbarungen mein Leben erleuchten?

6. Bete ich ständig an? Ist alles Klagen in meinem Leben durch Anbetung ersetzt worden? Denke ich nur über das nach, was rein, gut und ehrlich ist?

7. Stehe ich vor dem Allmächtigen mit meinen Augen auf seiner offenbarten Herrlichkeit und erhalte ich seine spontanen Ideen, Visionen und Gefühle?

Wenn ich das Muster des Heiligen Zeltes durchgehe, verschwindet gewöhnlich jedes Hindernis, das ich habe, wenn ich zu Gott im Gebet komme. Falls nicht, hat Gott im Hebräer 10,22 eine Feinabstimmung vorgesehen:

„...so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben, besprengt in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leib mit reinem Wasser.“

In diesem Vers befinden sich vier weitere Schlüssel zur Beseitigung von Hindernissen für das effektive Hören der Stimme des Meisters. Erstens brauchen wir ein aufrichtiges Herz ohne Heuchelei, Zweifel oder Halbherzigkeit––nur völlige, reine, kindliche Hingabe an die Wünsche und Absichten des Allmächtigen.

Zweitens brauchen wir vollkommenen Glauben. Mit anderen Worten, wir dürfen nicht zweifeln, dass in uns ein Fluss fließt. Wir müssen glauben, dass das spontane ‚Blubbern‘, das da in uns hochkommt, wenn wir Gott im Gebet suchen, wirklich Gott ist, der mit uns spricht und in uns fließt (Joh. 7, 38.39). Falls wir keinen vollkommenen Glauben haben, falls wir bezweifeln, dass er Immanuel – Gott mit uns – ist, schneiden wir den Strom seines Geistes ab.

Daher müssen wir glauben, dass er denen, die ihn ernsthaft suchen, ihren Lohn gibt, und im Glauben das empfangen, was in uns fließt, im Vertrauen, dass es sich in der Tat um den Geist des Allmächtigen handelt (Heb. 11,6). Wenn nicht, dann ist das Christentum eine Lüge. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass es die Wahrheit ist.

Drittens müssen wir die Herzen besprengt und damit vom bösen Gewissen gereinigt haben. Gibt es Sünde, muss sie vor den reinigenden Fluss des Blutes Christi gebracht und entfernt werden, so weit wie der Osten vom Westen ist (Ps. 103,12). Dann muss man sie vergessen und die ganze Aufmerksamkeit auf den Schöpfer richten. Jede quälende Unruhe muss vor das Blut Christi gebracht und entfernt werden. Dann ist das Herz frei, mit Gott in den Himmel aufzusteigen.

Schließlich müssen wir mit dem Wasser des Rhema-Wortes, d. h. der Stimme Gottes, gereinigt werden (Eph. 5:26). Was Gott uns sagt, müssen wir auch gehorsam tun, sonst können wir nicht mit Gott weitermachen.

Wenn ich im Gebet vor Gott komme, fange ich an, indem ich mich in seiner Gegenwart beruhige. Mit den Augen meines Herzens sehe ich ihn bei mir. Ich wende mich dem inneren Fluss zu (d. h. dem spontanen Fluss) und fange an aufzuschreiben und festzuhalten, was da in mir aufsteigt. (Man siehe das Muster in Hab. 2, 1.2) Wenn ich festgefahren bin und etwas mich daran zu hindern scheint, Gottes Stimme zu hören und seine Vision zu sehen, gehe ich über die obigen Fragen über das Muster des Heiligen Zeltes. Oft finde ich dabei das Hindernis und entferne es. Falls nicht, frage ich mich die vier Fragen in Heb. 10,22: Ist mein Herz ernsthaft, ehrlich und hingegeben? Gehe ich zu Gott ohne Vorbehalte? Habe ich den vollen Glauben, dass er in mir lebt und in meinem Geist (der mit seinem Geist eins ist – 1. Kor. 6,17) aufsteigt? Außerdem muss ich mich fragen, ob ich den vorherigen Worten gehorsam gewesen bin, die Gott mir gesagt hat.

Diese beiden Muster – das Heilige Zelt und die Feinabstimmung von Heb. 10,22 (zusammen mit dem Beispiel von Hab. 2, 1.2) – bieten den meisten von uns fast immer Zugang zu Gott, so dass wir leicht seine Stimme in unserem Geist hören und den spontanen Fluss der Gedanken, Visionen und Gefühle aufschreiben können, die in uns aufwallen, wenn wir Gottes Angesicht suchen. Daher entdecken wir, dass viele der üblichen Hindernisse und Probleme beim Hören der Stimme Gottes verschwinden, wenn wir diesen biblischen Mustern folgen.

Fangen wir erst einmal an aufzuschreiben, was Gott uns zu sagen scheint, können wir immer noch Fehler, oder was nach Fehlern aussieht, in unseren Tagebüchern finden. Das hat verschiedene Ursachen. Ich führe hier nur kurz einige der wichtigsten Situationen auf.

Ein Problem ist, dass wir beim Gebet oft darauf schauen, worum wir beten, anstatt auf Jesus, den Autor und Vollender unseres Glaubens. Daher kommt die Antwort von der Sache zurück, nicht von unserem Herrn. Die Lösung dieses Problems ist, sehr sorgfältig auf Jesus zu schauen (Heb. 12,2), anstatt auf irgendeine Sache, Person oder Angelegenheit. Wenn wir jemanden oder etwas im Gebet zu Gott bringen, sollten wir uns vorstellen, wie wir ihm das geben, und dann beobachten, was er dazu tut oder sagt. Dann wird der spontane Fluss reiner sein.

Gott bringt uns in eine Ausgangsposition
Zweitens sind einige der Anweisungen Gottes einfach dazu da, uns in eine bestimmte Ausgangsposition zu bringen. Er beabsichtigt niemals, dass sie voll ausgeführt werden, sondern gibt dann eine neue Richtung an. Ein Beispiel dafür ist 1. Mose 22, wo Gott Abraham befiehlt, er solle seinen Sohn opfern. Als Abraham jedoch in Gehorsam zu handeln beginnt, ändert Gott seinen Befehl und sagt ihm, seinen Sohn nicht zu opfern. Heißt das, Abrahams erstes Wort vom Herrn stimmte nicht? Nein, Gott brachte Abraham einfach in eine Ausgangsposition, um eines der Ziele Gottes für sein Leben zu erfüllen. Als die Prüfung zu Ende war, brach Gott das Geschehnis mittendrin mit neuen Anweisungen ab. Ich finde, dass das oft in meinem Tagebuch geschieht. Viele Anweisungen sind einfach dazu da, uns in eine Ausgangsposition zu versetzen.

Ein drittes Problem, das wir zum Abschluss anschneiden wollen, ist das der falschen Interpretation. Es ist sehr leicht, Ihre Interpretation in die Worte Ihres Tagebuches hineinzulesen, anstatt sie wörtlich zu nehmen. Wenn ich in meinem Tagebuch zurückgehe und denke, ich hätte etwas Falsches aufgeschrieben, bin ich oft erstaunt, wenn ich sehe, wie die eigentlichen Worte erfüllt worden sind. Meine innere Interpretation dieser Worte war falsch gewesen. Wir sollten sorgfältig zuhören, was der Herr sagt.

(Jeder der obigen Punkte wird in zwei Büchern von Mark & Patti Virkler behandelt. Dialogue with God und Communion with God. Sie sind erhältlich von Communion With God Ministries, 1431 Bullis Road, Elma, New York 14059; Telefon 001-716-652-6990; fax 001-716-652-6961; Webseite.cwgministries.org.)