Sein und Tun
Welches Paar Schuhe trägst du?
Natürlich geistlich sein und natürlich geistlich leben sind wie zwei verschiedene Paar Schuhe, die wir tragen. In der Bibel steht, dass wir durch Jesus mit dem Vater versöhnt sind und dass wir geheiligt, also wiederhergestellt werden sollen zu der Person, die Gott geschaffen hat.
Die Sünde hat uns verdreht, verdorben oder verfälscht, könnte man auch sagen. Und der Feind, Satan, hat zum Ziel, uns unsere wahre Identität zu rauben, zu zerstören und aus seiner Sicht im Idealfall zu töten.
"Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge." Joh 10,10
Von daher tun wir oft Dinge, die uns und anderen nicht guttun. Wir leben dann in unserer „gefallenen“ Identität, dem alten Menschen, wie es in der Bibel heißt.
Wir leben wie eine Fälschung und unterscheiden uns vom Original.
Erst durch die Heilung und Wiederherstellung Jesu können wir in unsere wahre Identität kommen. Das ist oft ein Prozess, der zu unserem Leben als Christen dazugehört.
Was sagt Gott in der Bibel über uns?
Gott definiert uns über die wahre, himmlische Identität. Dem Sein, nicht dem Tun. Wir sind Geliebte, Gerechte, Heilige usw.
Gott liebt es, uns in unsere wahre Identität zu führen. Uns seine Wahrheiten zu „offenbaren“, uns Anteil an seinen göttlichen Geheimnissen zu geben.
„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge.“
Der Feind versucht alles, um das Gegenteil in uns zu erreichen.
Eine Aufgabe der Gemeinde, der Ekklesia oder Versammlung ist es, dass wir uns unterstützen, in die wahre Identität zu kommen. Gemeinsam mit Gott, der zu werden, der wir eigentlich sind. Und so zu leben, wie wir eigentlich sein sollten.
Identität, ein Lernprozess
Niederlagen und das Zurückfallen in alte Verhaltensweisen gehören ebenso dazu wie die Freude, frei zu werden. Sündiges Verhalten sein zu lassen und himmlisches auszuleben, ist Teil unserer natürlichen, geistlichen Identität.
Es ist wie mit Kindern, die laufen lernen. Ich habe noch kein Kind gesehen, das erst gerannt ist und danach auf allen vieren gekrabbelt ist. Auch das Hinfallen gehört zum Laufenlernen dazu (beim Radfahren, Schlittschuhlaufen etc. ist es ähnlich).
Ein wesentlicher Lernprozess, um in die himmlische, die ursprüngliche Identität wieder hineinzukommen, ist, zu erkennen, dass es einen Unterschied zwischen Sein und Tun gibt.
Gott definiert uns in der Bibel eindeutig. Er nennt uns z. B. Gerechte. Das ist es, was wir sind. Unser „Tun“ hingegen ist ab und an nicht gerecht. Laut Bibel sind wir auch „Heilige“. Paulus nennt in seiner Begrüßung die Christen Heilige:
„…an die Gemeinde Gottes in Korinth, an die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen…“ 1. Kor. 1,2a
Definieren wir unsere Identität über unsere Taten, unser Tun, können wir schnell verzweifeln und in Arroganz, Stolz, Scham, Verdammnis, Minderwertigkeit usw. fallen.
Aus Gottes Sicht ist es das Sein, das unsere Identität ausmacht. Nicht unsere Taten.
