Gott verurteilt uns nicht!

Verdammnis oder alles ist erlaubt?

Es gab Zeiten in meinem Leben, da war die Angst vor der Sünde und dem Urteil, dem Gericht Gottes, sehr groß. Meine Vorstellung von Gott war nicht die eines liebenden Vaters, sondern die des strengen Richters. Und ich kenne mich gut genug, dass Gott mir gar nicht erst meine verborgene Sünde zeigen musste, um zu wissen:

„Ich bin ein hoffnungsloser Fall."

Diese Aussage ist übrigens eine Lüge! Und zack, schon wieder hatte eine Falle des Feindes zugeschnappt. "Ich dachte, Gott kann mit mir doch gar nichts anfangen." Die Schuldgefühle waren so groß und das Gefühl der Trennung zu ihm, die gestörte Beziehung, war enorm.

Im Gegensatz zur Aussage „alles ist mir erlaubt“, bin ich hier auf der anderen Seite vom Pferd gefallen. In die "Verdammnis".

Perspektivwechsel

Ich glaube, ein Perspektivwechsel ist wichtig, um die Balance zu einem guten und heilsamen Umgang mit der Sünde zu finden. Die Balance zwischen der Freiheit, dass uns alles erlaubt ist, und der Verdammnis.
Die Bibel definiert uns als Gerechte und nicht als Sünder. Als geliebte Kinder Gottes, das ist unsere Identität. Dennoch benötigen wir ab und an eine „Fußwaschung“, da wir sündigen. Es handelt sich hierbei um einen völlig normalen, himmlischen Prozess.

Im Reich Gottes (und der Finsternis) ist allen klar, dass Jesus uns immer wieder die Füße waschen muss. Und Jesus macht das gerne. Aufgrund der Freiwilligkeit entscheiden wir uns oft für das, was uns nicht guttut, anstatt für das, was uns guttut. Dem vorbildlichen Apostel Paulus ging es übrigens auch so:

„Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ Rö. 7,19

Wie bereits beschrieben, nutzte Jesus bei seinen Jüngern die Fußwaschung, um ihnen das zu verdeutlichen. Zur Zeit der Jünger verging kein Tag, ohne sich die Füße schmutzig zu machen. Vermutlich musste man sich als einfacher Bürger nicht weit aus dem Haus bewegen. Sandalen, Sand und Feuchtigkeit …
In der Geschichte vom verlorenen Sohn (Lukas 15, 11-32) wird die Tatsache, dass wir sündigen, und wie Gott damit umgeht, noch deutlicher hervorgehoben. Als der Vater hört, dass sein Sohn zurückkehrt, rennt er ihm entgegen.

Kein Wort der Verurteilung! Ein rennender Vater, eine Umarmung!

Gott weiß, dass wir hier auf Erden immer wieder Dinge tun, die nicht seinem Wesen entsprechen und somit negative Auswirkungen haben (Sünde). Aber er hat einen Masterplan: Jesus.

Gott ist Liebe (1. Joh. 4, 8b)

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. (1. Kor. 13, 4-7)

„So, sage ich euch, ist Freude vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“ Luk. 15, 10

„Doch auch wenn unser Gewissen uns schuldig spricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott barmherziger mit uns ist als wir selbst. Er kennt uns ganz genau.“ 1. Joh. 3,20 HFA

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