Nachfolge und die Motivation

Manchmal fordert Jesus das, was wir lieben

Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach! Da der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das die Jünger hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Ja, wer kann dann selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist’s unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Matt. 19, 21-26

In meinem Fall und mit absoluter Sicherheit auch in deinem fordert Gott von uns das ein, was wir besonders mögen, was wir lieben, woran unser Herz hängt.

Warum macht er das? Ist alles „böse“ oder „sündhaft“ und schlecht? Nein, das glaube ich nicht. Aber was dem einen ein Segen sein kann, kann dem anderen eine „Sünde“ sein (eine Zielverfehlung). Gott geht es um unsere Motivation. Dem, was uns in unserem Herzen antreibt.

Motivation

Motivation: Etwas wird mit einer bestimmten Absicht in Gang gebracht (Beweggrund). Motivation stellt die Frage nach dem Warum. Warum mache ich dies und jenes? Warum handle ich so und nicht anders? Was ist mein Motiv, die Absicht dahinter?

Der reiche Jüngling ging betrübt davon, als Jesus von ihm seinen Reichtum wollte. Er hat alle Gebote gehalten, nur das eine, seinen Reichtum, wollte er nicht abgeben. Reich zu sein, ist an sich keine Sünde. Abraham wurde von Gott zu einem sehr reichen Mann gemacht, Hiob bekam seine Reichtümer zurück, um nur zwei Beispiele zu nennen. Aber Abraham und Hiob haben beide den Preis der Nachfolge bezahlt. Ihre Motivation wurde von Gott geprüft, gereinigt und geheiligt. Abraham und Hiob waren bereit, alles aufzugeben. „Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!“ Hiob 1, 21b

Wir sind nach dem Abbild Gottes geschaffen und in der Bibel heißt es, wir dürfen und können so werden wie Jesus. „Wen Gott nämlich auserwählt hat, der ist nach seinem Willen auch dazu bestimmt, seinem Sohn ähnlich zu werden,…“ Römer. 8, 29a (HFA)

Die Motive Jesu, also seine Absichten, waren immer selbstlos und haben dem Vater die Ehre gegeben. Bei unseren kann es sein, dass sie eben nicht selbstlos sind, auch wenn sie so scheinen. Das Motiv bei Jesus ist immer Liebe.

Ein Beispiel

Ich hatte gerade viel Zeit, mich gelangweilt und den Vater gefragt, ob ich nicht Teil eines Gebetsteams werden kann, das in meiner Stadt gerade eine Evangelisation vorbereitet. Seine Antwort war: Warum möchtest du das machen? Und ich wusste, die ehrliche Antwort war: Aus reiner Langeweile. Ich war sofort überführt. Ich wusste, es ist nicht die Liebe zu meinen Geschwistern oder Mitmenschen, auch nicht die Selbstlosigkeit Jesu. Ich wollte einfach mal wieder was erleben. Ich bekannte das dem Vater und bat darum, dass er mir hilft, meine Motive zu verändern. Tage später, die ersten Einsätze liefen schon, sagte mir der Vater, dass ich an einem bestimmten Tag zu einem einzigen Einsatz als Beter von ihm vorgesehen bin. Das ging ’ne gute Stunde, war sehr intensiv und wunderschön. Diesmal hatte ich eine andere Motivation.

Nachfolge kann nur funktionieren, wenn ich Gott kenne, in die Beziehung mit ihm wachse und bereit bin, mich von ihm verändern zu lassen.

Ohne Beziehung:
Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Machttaten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, die ihr das Gesetz übertretet! Matt. 7, 22+23

Mit Beziehung:
„Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.“ Hesekiel 36, 26+27

Falls du jetzt Angst hast, zu der Kategorie „ohne Beziehung“ zu gehören, entspann dich, Gott hat die Kontrolle. Er möchte nur dein „Wollen“, dein „Ja“ zu seinen Motiven, dein „Ja“ zu einer Beziehung. Auch Abraham und Hiob waren nicht von gleich auf hundert Glaubenshelden. Eigentlich haben so ziemlich alle „Helden“ der Bibel das ein oder andere Mal versagt und die ein oder andere Gelegenheit vergeigt.

Zu unserem Glück ist Gott treu und bietet uns immer und immer wieder die Beziehung an. Er lässt uns darin hineinwachsen. Vom Misstrauen zum Vertrauen, von Selbstsucht zu Selbstlosigkeit usw.

Was ist deine Motivation?

Ja, wer kann dann selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist’s unmöglich; Aber bei Gott sind alle Dinge möglich.