Du bist gemeint! – von der falschen Demut, sich für klein zu halten
Falsche Demut
In meinem Leben gab es eine Zeit, in der ich auf die „großen“, auf die „reifen“ Leiter (Pastoren und andere Leiter) schaute und innerlich dachte. „Wow, die hören so gut Gott, erleben so starke und tolle Dinge … so werde ich nie sein.“ Dann habe ich in Gemeinden Dinge gesehen, die mich erschreckt haben, das Sprachengebet z. B. oder wenn Menschen anfingen zu „zucken“ oder „symbolische Handlungen“ durchführten. Das alles war ganz schön viel für mich und ich hörte lieber auf andere, die sagten: „Mir reicht es, wenn ich der Kleinste im Himmel bin, Hauptsache, ich bin dann dort. „Ich brauche das alles nicht.“
Von klein bis groß, Gott verherrlicht sich durch jeden
Dann erlebte ich schrittweise und über einen langen Zeitraum, wie Gott mich immer wieder an die Hand nahm und mir sein Reich zeigte (offenbarte).
Einmal war ich zum Anbeten mit Musik. Ein Mensch, vermutlich geistig behindert, saß in einem Rollstuhl und bewegte sich in seiner Art zur Musik. Plötzlich fühlte ich um mich und alle anderen herum wenig Leben. Es wirkte so grau und nahezu langweilig. Dann sah ich den Rollstuhlfahrer. Er war wie im Rampenlicht und bei ihm fühlte ich so viel Leben wie eine Lebensexplosion.
Ein anderes Mal erlebte ich in einem Gottesdienst, wie jemand zur Kanzel ging. Es war erlaubt, Eindrücke weiterzugeben. Jemand las stotternd einen Bibelvers vor. Keine Worte drumherum, nur dieser Vers, stotternd vorgetragen. Seine Worte drangen direkt in mein Herz. Volltreffer. Selten hat mich das Wort Gottes so berührt.
Ich habe erlebt, wie ein Team von Anbetern und Leitern Gott suchte, um einen Anbetungsabend vorzubereiten. Sie fragten Gott nach dem Thema. Parallel hatten Kinder sich die Flaggen geschnappt und sind damit schon tanzend und hüpfend rumgerannt. „Ich bin ein Adler und fliege“ war eine Aussage der Kinder. Nach einiger Zeit kamen die Beter und sagten, sie hätten den Eindruck, dass Gott mit uns heute die Adlerperspektive einnehmen möchte. Wir glauben, Gebet ist heute wichtig …
Menschen mit Behinderung, unvollkommene Redner, Kinder. Sie alle hatten etwas, das ich nicht hatte. Sie waren scheinbar mit dem Himmlischen, mit dem Vater verbunden. Sie lebten es, ohne groß darüber nachzudenken.
Demut oder doch eher Stolz?
Im Laufe der Zeit hat mich der Heilige Geist überführt: Gott sagt, jedes seiner Kinder hat Zugang zu ihm, und Gott sagt, er kann und möchte durch uns wirken. Auch dürfen wir größere Wunder erwarten, als Jesus getan hat. Wenn ich dann sage: „Ja, aber ich bleibe demütig und begnüge mich mit dem Kleinen …“, dann ist das nicht Demut! Das ist Stolz und Rebellion! Ich erkläre Gott den Allmächtigen zum Lügner. Denn durch mich kann und will er doch gar nicht wirken, sage ich und widerspreche seinem Wort. Falsche Demut.
Fakt ist: Gott kann und will jeden gebrauchen und durch jeden wirken. Ob das nun vermeintlich „groß“ oder „klein“ ist, spielt dabei keine Rolle. (Gott bewertet eh anders als wir.)
Weisheit Gottes
Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: »Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.« Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? …. Seht doch, Brüder und Schwestern, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist, auf dass sich kein Mensch vor Gott rühme. 1. Kor. 1 18-20 + 26-29
Heute, nach vielen Jahren, bin ich entspannter. Vielleicht passieren um mich herum Dinge, die ich nicht verstehe. Dann sage ich das Gott und bitte um Weisheit. Für manche Dinge habe ich sie bekommen und zum Teil auch verstanden und praktiziere sie, wie z. B. das Sprachengebet.
Manchmal spüre ich sogar die leise Stimme des Heiligen Geistes und habe das Gefühl, ich soll etwas machen, das ich „peinlich“ finde, „unangemessen“. Je nachdem, wie stolz oder demütig ich dann bin, setze ich es um oder lasse es sein. Das sein zu lassen, ist mit Sicherheit nicht weise, aber ehrlich (ich bringe das in der Regel dann gleich oder später im Gebet vor Gott).
Der Unterschied zu damals ist: Ich weiß, dass Gott durch mich wirkt. Ich bin bereit, mich belehren zu lassen, und weiß, dass ich „Fehler“ machen darf. Ich darf Dinge ausprobieren und mit ihm besprechen.
Auch Gehorsam gehört dazu. Wenn Gott zu etwas „nein“ sagt oder „ja“, sollte ich entsprechend handeln. Die Konsequenzen können sonst wehtun. Nicht weil Gott mich bestraft, sondern weil die Umstände bei Ungehorsam unangenehm werden. Gott weiß, was das Beste für mich ist. Wenn ich denke, ich weiß es besser … Nun ja.
Auf der anderen Seite kann ich inzwischen stundenlang erzählen, wie schön, wunderbar, heilsam und so weiter es war, wenn ich umgesetzt habe, was er von mir wollte. So viele Zeugnisse, die andere und mich tief berührten und uns immer tiefer das wahre Wesen Gottes haben erkennen lassen. Wohltuend, befreiend, belebend.
Was nun?
Du glaubst immer noch, du bist zu klein? Unvollkommen Ungebildet Kannst nicht so gut reden wie andere? Hast du Menschenangst Perfekt!
Je schwächer du dich fühlst, desto stärker kann Gott sich verherrlichen. Deine leeren Hände kann er füllen. Deine 2 Fische und 5 Brote nutzen, um mehr als 5000 satt zu machen.
Bleibe in Kontakt mit ihm, lerne ihn kennen und das umzusetzen, was er dir zeigt. Sei demütig.
Am Ende ist es eh Gott, der durch dich wirkt. Schauen wir auf unsere Unzulänglichkeit (ja, die ist vorhanden), stehen wir ihm im Weg. Schauen wir auf ihn und vertrauen auf seine Allmacht, dann kann er wirken.
Bei Unsicherheit suche dir reife Christen und lass dich beraten. Aber bedenke dabei: Du folgst nicht anderen Christen, sondern Jesus selbst. Andere können dir den Weg zu Jesus zeigen, dich göttliche Weisheiten und Wahrheiten lehren, dich auf deinem Weg begleiten und dich vielleicht auch mal tragen. Aber es ist dein Weg! Dein Hirte und seine Stimme für dich.

