Gottes Stimme „hören“ - wahrnehmen

Gottes Stimme „hören“ - wahrnehmen

Als ich Christ wurde und davon hörte, dass man Gottes Stimme hören kann, bin ich Jahrelang davon ausgegangen, dass es sich dabei um eine hörbare Stimme handeln muss. Oder sehr starke sichtbare Zeichen. Erst sehr viel später wurde mir bewusst, dass Gott schon immer zu mir „gesprochen“ hat, besser, mit mir kommuniziert hat. Aber anders als ich dachte…

Kommunikation ist dabei mehr, viel mehr, als eine Stimme zu hören.

Ganz einfach formuliert besteht Kommunikation aus einer Botschaft zwischen einem Sender und einem Empfänger. Im Idealfall kann der Empfänger die Botschaft des Senders so entschlüsseln, dass er sie versteht.
Sender -> Botschaft -> Empfänger

Botschaften können über alle unsere Sinne stattfinden:

Am einfachsten ist für uns zunächst das Hören (Verstehen und Umsetzen sind dann andere Themen 😉)

Neben dem Hören gibt es auch das Sehen. Ein Warnhinweis z.B. klärt uns vor mögliche Gefahren auf oder das Bild eines Eiscafés zeigt uns, hier gibt es leckere Eiscreme.

Dann gibt es die Gefühle über die unser Körper mit uns kommuniziert. Kalt, warm, schmerz, angenehm etc..

Das Riechen und Schmecken und das Fühlen sind ebenso „Botschaften“ wie eine Umarmung die mehr ausdrücken kann, als es Worte je könnten.

Für all diese Formen der Kommunikation finden wir Beispiele in der Bibel (Sehen=Träume und Visionen, Schmeckt wie freundlich der Herr ist, Wohlgeruch und Öle, hören, fühlen etc.)

Da Gott es liebt sich auf „vielfältige Weise zu verherrlichen“ und wir die verschiedensten Bibelstellen finden können, sollte es klar sein, dass das auch für unser persönliches Leben gilt.

Es geht darum, dass persönliche und individuelle „Reden“ Gottes, im eigenen Leben wahrzunehmen

Er „redet“ offenbart sich ganz persönlich und individuell, weil jeder von uns einzigartig ist. Oder leichter gesagt Gott kommuniziert. Tanzen, Malen, Gedichte, Skulpturen usw. sind übrigens auch Formen der Kommunikation, des Ausdrucks. (Ein schönes Beispiel über die Kommunikation durch Symbole findest du z.B. bei dem Aufbau der Stiftshütte, die in sehr vielen Dingen auf Jesus und seinen Tod, sowie seine Vergebung hinweist).

Kommunikation Gottes ist immer individuell

Bsp. Stelle dir einen hübschen Vogel vor. Und jetzt stell dir ein Tier vor, dass du lustig findest. Würde ich diese Frage in einer Gruppe stellen hätte jeder von uns vermutlich eine andere Vorstellung, eine individuelle von den Tieren. Da Gott dich ernst nimmt und vollständig kennt, spricht er deine Sprache. Er weiß wie dein hübscher Vogel aussieht, oder das Tier, dass du lustig findest. Von daher nehmen wir Gott so unterschiedlich wahr, weil er so passgenau und individuell mit uns kommuniziert.
Wie drückst du dich gerne aus?
Analytisch sachlich? Kreativ? Wortgewandt? In Bewegung oder Tanz? Musik? Mit Farben?
All das sind Kanäle über die Kommunikation stattfindet.

Bittet, und ihr werdet erhalten. Sucht, und ihr werdet finden. Klopft an, und die Tür wird euch geöffnet werden. Denn wer bittet, wird erhalten. Wer sucht, wird finden. Und die Tür wird jedem geöffnet, der anklopft. Mt 7,7+8

Wie „höre“, nehme ich Gott nun wahr?

Was alle „Hörenden“ miteinander vereint ist:
Sie gestehen Gott zu, dass er zu ihnen „sprechen“, ihnen begegnen darf. Sie bringen eine gewisse Offenheit für die verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten mit. Für dich persönlich bedeutet dies, entspann dich und trau Gott zu, dass er kommuniziert. Anstelle zu zweifeln, dreh doch den Spieß einfach mal um und geh davon aus, wenn du bewusst Zeit mit ihm verbringst, das alles was an "Kommunikation" stattfindet sein Reden ist. Vielleicht schreibst du es auf. Anschließend kannst du das "Empfangene" anhand der Bibel überprüfen und mit anderen Christen besprechen. 

Woran kann ich festmachen, dass es wirklich Gott ist, der spricht?

Einige Beispiele/Kriterien
* Das gehörte muss zu den Aussagen der Bibel passen und darf ihr nicht widersprechen!
* Es ermutigt
* Es „baut“ auf
* Es ermahnt oder überführt ohne in Verdamnis zu fallen
* Es fördert die Beziehung zu Gott

Beispiele aus der Bibel:

• Adam und Eva : direkt von Angesicht zu Angesicht
• Mose: brennender Dornenbusch (ein Symbol, ein Zeichen dass für ihn eine Bedeutung hat) und eine hörbare Stimme
• Elia: nicht im Sturm, nicht im Feuer, aber im sanften sausen (leise und sanft, ruhig)
• Paulus in einem Traum
• Beim Lesen in der Bibel fallen uns Verse, Gegebenheiten, etc. besonders auf und irgend etwas in uns reagiert. Angesprochen und ermutigt, überführt, bestätigt, beantwortet es etwas
• Das „innere Zeugnis“! Sehr wichtig, der heilige Geist ist in uns und wir sind von etwas überzeugt
• Erkenntnis in einer bestimmten Situation
• Weisheit für ein bestimmtes Thema
• Und manchmal schweigt Gott in seiner Liebe zu uns

Was erschwert das Wahrnehmen Gottes?

Das Wahrnehmen Gottes kann eingeschränkt werden, durch das was wir im Alltag „konsumieren“. Das was wir am meisten anschauen, womit wir uns intensiv beschäftigen, färbt auf uns ab. Höre ich z.B. intensiv Death Metall oder schaue viele gewaltvolle Filme etc. wird es schwieriger, sich auf das „Reden“ Gottes zu konzentrieren. Lebe ich bewusst das aus, was die Bibel Sünde nennt, ist es logisch und nachvollziehbar, dass es schwerer wird Gott im Alltag wahrzunehmen.

Beziehung ist der Schlüssel

Je mehr Zeit ich mit einem anderen Menschen verbringe, desto besser lerne ich ihn kennen. Ebenso ist es mit Gott. Je mehr Zeit du mit ihm verbringst, desto besser wirst du ihn verstehen und sein Reden in deinem Leben wahrnehmen. Aus einem fernen Gott, einer lockeren Beziehung wird ein echter Vater, Freund, Ratgeber, Liebhaber, Tröster, Bruder, etc.

Probiere es doch mal im Alltag oder noch besser, in einer bewussten Gebtszeit aus. Was nimmst du alles wahr, wenn du bewusst in seine Gegenwahrt gehst?

Und wie möchtest du dich gern ausdrücken?