Nachfolge und Passivität

Passivität

Passivität beschreibt die Tatenlosigkeit eines Menschen und kann eine Strategie des Feindes sein, um uns davon abzuhalten, in das Reich Gottes hineinzuwachsen. Das negative Gegenstück ist „blinder“ Aktivismus.

Selbstverständlich gibt es Situationen im Leben, in denen wir Gott etwas anbefohlen haben und geduldig warten, wie er wirkt. Der Ausgangspunkt für diese Haltung ist dennoch eine aktive Handlung gewesen. Ich habe Gott etwas gegeben. Bei Elia in 1. Könige 18 steht, dass Elia seinen Diener sieben Mal schickte, um nach dem Regen Ausschau zu halten, für den Elia gebetet hatte. Hier sehen wir eine Erwartungshaltung und ein aktives Ausschauhalten.

Passivität als Ausrede

Es gibt Dinge in der Bibel, die können einen ganz schön erschrecken. Dämonen austreiben, z. B., klang für mich früher nach etwas ganz Wildem und Unkontrollierbarem, ja Gefährlichem. Oder das Sprachengebet, das fand ich früher sehr merkwürdig. Gerade in unserer Kultur, in der mit dem Verstand für alles eine Erklärung gesucht wird, ist es sehr schwierig, sich auf Dinge einzulassen, die wir eben nicht erklären können. Das Unerklärbare kann Angst machen. Kontrolle abgeben und vielleicht noch Verantwortung übernehmen sind Dinge, die bei einigen Blockaden auslösen, und in der Passivität werden diese Ängste oder Blockaden dann beruhigt. Meistens heißt die fromme und religiös klingende Aussage dann: „Wenn Gott möchte, dass ich auch Dämonen austreibe, in Sprachen rede, prophezeie, evangelisiere …, dann wird er mir das schon zeigen.“ Ertappt Hast du auch schon mal so etwas gedacht oder ausgesprochen? Ich ja, sehr oft sogar. Bei mir ist Menschenangst und Minderwertigkeit in der Regel der Auslöser.

Zum Glück ist Gott sehr gnädig und geduldig mit uns. Dennoch fordert er uns heraus, das Unmögliche zu wagen (auf sein Wort hin) und zu glauben. Passiver Glaube übrigens glaubt, dass bei Gott alle Dinge möglich sind. Aktiver Glaube hingegen beteiligt sich an dem Unmöglichen. Bsp. passiver Glaube: Du schaust zu, wie ein Motorradfahrer auf einem gespannten Seil über die Niagarafälle fährt. Du siehst, er kann das, du glaubst das. Aktiver Glaube bedeutet: Du fährst auf dem Rücksitz mit.

Ein Beispiel aus der Bibel, es gibt noch weitaus mehr:

Strebt aber nach den größeren Gaben! Und ich will euch einen noch besseren Weg zeigen. 1Kor 12,31
Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber darum, dass ihr prophetisch redet! 1Kor 14,1

Streben ist an dieser Stelle eine sehr aktive Handlung, zu der uns das Wort Gottes auffordert. Strebt nach der Liebe! Strebt nach den Gaben. Die Aussage, wenn Gott das möchte, wird er es mir schon geben, widerspricht hier ganz klar dem Wort. Streben ist aktiv, kein Warten an dieser Stelle.

Achte doch beim Lesen in der Bibel darauf, ob es weitere Aufforderungen gibt. Oder beim Beten, ob Gott dich nicht mit seiner sanften Stimme bittet, etwas Ungewöhnliches zu tun.
Solltest du Angst oder andere Blockaden haben, dann geh damit ehrlich um und zu Gott. Dein himmlischer Vater weiß das und möchte, dass du ihn einlädst, dir zu helfen. Das ist das Evangelium, die frohe Botschaft in deinem persönlichen Leben. Du wirst von Gott verändert. Er hilft dir, deine Ängste und Blockaden abzubauen, er hilft dir, aktiv zu werden.