Nachfolge und "blinder" Aktivismus
Arbeitest du noch oder lebst du schon?
Im Gegensatz zur Passivität liebt es der Feind, wenn er uns schon nicht aufhalten kann, uns anzuschubsen und vorwärtszutreiben. Aus „lebendigen Werken" werden tote.
In meinem Fall ist das sogar noch leichter, da ich ein „Macher“ bin. Voller „Tatkraft“ (wenn es mich denn interessiert) kremple ich die Ärmel hoch und bevor mir die Aufgabe überhaupt klar ist, fange ich schon an.
Deshalb gehöre ich zu der Gruppe Menschen, die Gott oft bremst, und ich habe gelernt zu fragen, bevor ich starte (manchmal vergesse ich das). Ein Bekannter von mir erzählte mir, dass es bei ihm genau andersherum ist. Ihm sagte Gott: „Hör auf, so viel zu fragen, und lauf los …“
Egal, zu welcher Gruppe du gehörst, die Falle oder den Trick des blinden Aktivismus gibt es für alle: einfach ein Programm starten, weil man das so macht. Alle machen das, wir sollten das also auch tun. Gott will das bestimmt.
Das gleiche gilt für unsere Talente. Nur weil ich etwas gut kann, heißt das noch lange nicht, dass ich es auch umsetzen soll. Geduld und Gehorsam z. B. werden von Gott ab und an gefordert, sind aber wenig attraktiv und machen auch nicht immer Spaß.
Maria und Marta
Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihnen zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden. Lukas 10, 38-42
Obwohl das, was Marta tat, sinnvoll und lobenswert erscheint, belehrt sie Jesus, dass es nicht weise ist. Sie hat sogar etwas verpasst!
Wie in einem anderen Artikel beschrieben, ist die Frage der Motivation wichtig. Neben der Motivation gibt es noch weitere Aspekte im Leben mit Gott.
Gehorsam
Gehorsam: sich dem Willen einer Autorität unterordnend.
Wenn ich den Willen Jesu nicht kenne, kann ich mich nicht unterordnen. Genauso ist es, wenn ich seine Stimme nicht kenne. Wie will ich ihm dann folgen? Oder sein Wort, die Bibel. Wie will ich dann Wahrheiten von Lügen unterscheiden?
Ich möchte jetzt nicht auf „richtig“ und „falsch“ hinweisen, sondern für das Thema sensibilisieren, um dem nachzugehen. Immer wieder spüre ich im Gebet, wie wichtig es dem himmlischen Vater ist, dass wir in das „echte" Leben kommen.
Dem Sein und nicht dem Tun.
Dies kann nur Gott schenken. Wir können uns danach ausstrecken und bitten, dass es geschieht.
Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen. Eph 2,10
Hast Du schon mal Gott die Frage gestellt, welche Werke er für Dich persönlich vorbereitet hat? Und in welchen du „wandelst“, die eigentlich tot sind?
Liebe
Der zweite, wichtige Aspekt gegen blinden Aktivismus ist die Liebesbeziehung mit Gott.
Ist Liebe der Beweggrund deiner Aktion, deiner Taten? Oder ist es „nur" vorgeschobene Liebe? „Die Not ist so groß, da muss ich einfach helfen.“ Die wahren Motive kennt Gott, denn er kann in unser Herz schauen und es ergründen.
Wenn die Liebe uns „antreibt“, wollen wir den Willen des himmlischen Vaters umsetzen. Nicht für ihn, sondern wegen ihm. Nicht weil „Leistung“ und „Gehorsam“ belohnt werden. Sondern weil wir ihn lieben, wegen seines Wesens. Jesus tat nur das, was er sah, was der Vater tat. Dazu muss man sich sehr gut kennen.
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. 1. Kor. 13, 1+2
Arbeitest du noch, oder lebst du schon?
Der Unterschied zwischen blindem Aktivismus und dem Wandeln, aus Liebe, in vorbereiteten Werken, liegt meiner Meinung nach im Tun oder Sein. Ich kann etwas tun, weil ich es kann (oder auch nicht kann). Reiner Aktivismus. Wenn ich von Gott gelehrt wurde, wer ich wirklich seiner Ansicht nach bin, Zeit mit IHM verbringe, dann komme ich immer mehr ins „sein“. Ich lebe einfach aus, wer ich bin. Durch die Beziehung zu Gott bekomme ich ein Gespür dafür, was dran ist und was nicht. Wie Maria, die sich zu den Füßen Jesu gesetzt hat.
Und wenn der gute Hirte weiterzieht, kenne ich seine Stimme, stehe auf und folge ihm zum nächsten Ort.
Und wenn mir der Herr einen „Befehl“ erteilt, mich bittet, etwas zu tun, setze ich es um. Im Idealfall sehe ich wie Jesus, was der Vater tut … Mein „Antrieb“, etwas zu tun, hat sich verändert.
Kein Druck. ;) Es ist ein Prozess, ein Lernen und Hineinwachsen in das Sein, anstelle von etwas zu tun.

