Identität – Verfälscht oder Original?

In der Bibel steht über unsere Identität, dass wir sehr wertvoll sind, einzigartig, wunderbar, dass wir heilig sind, vollkommen und sehr gut.

Das der Schöpfer des Himmels und der Erde, Gott, der allmächtige, allwissende, immer gegenwärtige usw. uns sieht und liebt. Ohne Bedingung liebt er uns. So steht es in seinem Wort. Jesus hat auch schon alles vollbracht. Da ist nichts mehr, was hinzugefügt werden muss. Alles vollbracht, alles geklärt.

Wie wir uns sehen und leben ist eine ganz andere Sache. Das steht übrigens auch in der Bibel. Das gute das ich tun will tu ich nicht, der Kampf Fleisch gegen Geist. Die Bibel spricht davon, dass wir uns heiligen sollen, geheiligt werden (obwohl wir heilige sind) und uns in das Bild Jesu verwandeln lassen dürfen.

Interessanterweise ist das kein Widerspruch. Gott sieht den durch Jesus wiedergeborenen Menschen in uns. Wir sehen oft den „alten“ im „Fleisch“. Ich spreche inzwischen gern vom Original und der Fälschung. Besser noch der Verfälschung.

Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge. Joh 10,10

Das Original wurde durch die Wiedergeburt und das Werk von Jesus am Kreuz sowie seiner Auferstehung wiederhergestellt. Der Feind versucht uns nun weiterhin durch Täuschung (Lügen, Gedankenfestungen etc.) und durch Diebstahl zu verfälschen. Soweit wie möglich vom Original zu „verdrehen“. In meiner Beobachtung aus den letzten 30 Jahren als Christ ist mir aufgefallen, dass sehr viele Geschwister eine Ahnung ihrer Berufung (das ist u.a. das Ausleben der eigenen Identität) haben, aber in diesen Bereichen auch ihre größten Sorgen, Ängste und Verletzungen. Der Feind möchte nicht, das wir in unsere Identität kommen. Denn wenn wir wirklich leben, was wir sind, werden wir von Gejagten zu Jägern. Wir bauen in einer Intensität das Reich Gottes, dass der Feind fliehen muss.

Zum glück weiß Gott das alles und hilft uns mit seinem Angebot, uns verändern zu lassen und unsere wahre Identität zu entdecken und auszuleben.
Eine Möglichkeit in die echte Identität zu kommen ist es, seine Lebensstrategien verändern zu lassen.

Vor kurzem saß ich in unserer kleinen Männergruppe zusammen und wir sprachen über Probleme und dem Umgang damit. Dabei fiel uns am Ende auf, dass uns Gott an einem persönlichen Beispiel, durch verschiedene Schritte führte:

Identität und Lebensstrategien
Aufgrund von Verletzungen entwickeln wir ganz natürlich Strategien um uns zu schützen.
Beispiel. Jemand wurde in der Schule gemobbt und schafft es aufgrund seiner Intelligenz, die „Mobber“ so zu manipulieren, dass sie sich andere Opfer suchen. Parallel schützt er, was ihm wichtig ist. Das was ihm wichtig ist, zeigt er nicht mehr der Umwelt. -> Kleidungsstil = Understatement, Auto = Billig, gebraucht, kann ruhig kaputtgehen, das tut nicht weh. Die eigene Frau nicht in der Öffentlichkeit Küssen oder umarmen, damit die Liebe nicht angreifbar wird. Man sieht sie schließlich nicht.
Gott zeigte uns an diesem Beispiel folgende Probleme oder Wurzeln:

• Das ausgeliefert sein gegenüber anderen
• Das nicht angenommen sein
• Das nicht geliebt sein
• Die Daseinsberechtigung, die in Frage gestellt wurde

Alles real erlebte Situationen. Im Beispiel oben habe ich schon die Strategien genannt, die aufgrund der Verletzung und des Raubes entstanden sind. Eigene Strategien, die notwendig sind um zu überleben. Aufgrund dieser Strategien entwickeln wir entsprechende Verhaltensweisen. Und wir entwickeln Ideen darüber wer wir sind und was uns ausmacht. Intelligenz z.B. oder Einfachheit und Genügsamkeit in unserem Lebensstil.

An sich sind die drei genannten Aspekte auch im biblischen Sinne erstrebenswert. Das Problem ist nur, dass uns unsere eigenen Strategien dazu geführt haben und diese hat der Feind genutzt um sie zu „verfälschen“, zu verdrehen. Intelligenz zu nutzen um andere zu manipulieren (meist unbewusst) ist in der Bibel eine Form von Zauberei oder Hexerei. Einfachheit oder Genügsamkeit kann zu einer falschen Demut führen.

Gott beschenkt uns gern. Und auch Reichtum ist nicht ungöttlich, siehe Abraham oder Hiob. Im genannten Beispiel zeigte uns Gott, das die Person mit dem „Understatement“ , der Einfachheit und dem nutzen von billigen oder gebrauchten eigentlich Angst hat, wertvolles zu besitzen. Es wird ja schließlich geraubt, zerstört etc. Und das diese Person Geschenke Gottes abgelehnt hat. Eine Form von Sünde, da es sich um eine „Zielverfehlung“ handelt 😉.

Zum Glück ist Gott gnädig und liebt es, uns in unsere wahre Identität zu führen. Nachdem er uns also diese Wurzeln gezeigt hat, haben wir ihm gebeten uns seine Strategien zu offenbaren. Das tat er in einem Gebetsprozess und nun üben und verinnerlichen wir die göttlichen Strategien um das Original in uns, anstelle der Fälschung, zu leben.

Und hier noch das Ergebnis dessen, was wir an diesem Abend ganz praktisch gelernt haben:

Bsp Identität

verfalscht